Die Einführung von Beikost bei Babys ist eine aufwändige, unterhaltsame und manchmal auch frustrierende Angelegenheit. Wie beginnst du?

Zuerst solltest du dir über das Ziel im Klaren sein. Es geht nicht darum, die Muttermilch oder Säuglingsmilch deines Babys durch feste Nahrung zu ersetzen.

Denn Beikost bietet nicht all die Nährstoffe, die Babys brauchen. Wenn Babys weniger Muttermilch trinken und diese durch Getreide oder andere Beikost ersetzt wird, besteht die Gefahr, dass sie schlechter ernährt werden.

Sobald du deinem Baby Beikost gibst, beginnt also eine Übergangszeit. Dein Baby ist weiterhin auf Muttermilch oder Säuglingsmilch angewiesen, um den Großteil seines Nährstoffbedarfs zu decken. Aber dein Baby lernt Beikost kennen – es lernt, wie man isst und wie man neue Geschmacksrichtungen und Konsistenzen akzeptiert.

Dieses Wissen kann dich davor bewahren, allzu frustriert zu sein. Dein Baby muss nicht gleich ein ganzes Glas Babybrei leeren, um Fortschritte zu machen. Das wiederholte Probieren von Nahrungsmitteln – und das Üben, die Nahrung im Mund zu bewegen – ist schon ein großer und wichtiger Fortschritt.

Was können wir mit diesem Wissen über die Einführung von Beikost bei Säuglingen noch tun? Nachfolgend findest du einige häufig gestellte Fragen – und Antworten.

1. Wann ist ein Baby bereit, Beikost zu essen?

Experten sind sich einig, dass du erst damit beginnen solltest, wenn dein Baby seinen Kopf ruhig halten und aufrecht in einem Hochstuhl oder Kindersitz sitzen kann.

Babys müssen aufrecht sitzen, damit sie problemlos schlucken können und dabei nicht die Gefahr besteht zu ersticken.

Außerdem wirst du mehr Erfolg haben, wenn du wartest, bis

  • dein Baby Interesse am Essen zeigt und
  • es die Fähigkeit entwickelt, die Nahrung mit seiner Zunge in den hinteren Teil des Mundes zu befördern.

Was ist mit dem Alter des Babys? Wie alt sollte ein Baby sein?

Seit Jahrzehnten empfehlen Kinderärzteverbände, dass Babys bis zum sechsten Monat nach der Geburt ausschließlich gestillt werden sollten. Dann wird den Eltern geraten, mit der Einführung fester Nahrung zu beginnen.

Neuere Studien weisen jedoch auf mindestens einen Vorteil für Babys hin, die zwischen 4 und 6 Monaten mit dem Essen beginnen: Wenn Babys in dieser Zeit mit Lebensmitteln in Berührung kommen, sinkt ihr Risiko, Allergien zu entwickeln.

Es ist auch möglich, dass die Heranführung an eine Vielzahl von Lebensmitteln zwischen 4 und 6 Monaten dazu beiträgt, dass Kinder mit zunehmendem Alter eher dazu bereit sind, neue Lebensmittel auszuprobieren.

Wieso sollte man nicht noch früher mit Beikost beginnen? Experten warnen davor, denn für Babys, die jünger als 4 Monate alt sind, besteht ein höheres Risiko, sich zu verschlucken. Außerdem könnten Babys darauf reagieren, indem sie weniger Muttermilch oder Säuglingsmilch trinken, die sie zum Wachsen brauchen.

Zudem legen Studien nahe, dass die Einführung von Beikost vor dem 4. Lebensmonat das Risiko von Allergien nicht verringert, und einige Forscher befürchten sogar, dass es das Risiko erhöht.

Daher ist das Zeitfenster von 4 bis 6 Monaten zu empfehlen: Denn so kann das Risiko, dass dein Baby Allergien entwickelt, und die Wahrscheinlichkeit, dass dein Kind wählerisch beim Essen wird, verringert werden.

Allerdings bezieht sich diese Studie auf das Konzept, dass du einem kleinen Baby pürierte Nahrung mit dem Löffel anbietest.

Was ist, wenn du wartest, bis dein Baby 6 Monate alt ist und ihm dann eine Auswahl an Fingerfood anbietest?


Baby-led Weaning: Ein anderer Ansatz zur Heranführung an Beikost

Zu warten und dem Baby dann eine Auswahl an unbedenklichen Nahrungsmitteln anbieten, welche die Babys selbst essen können, ist der Grundstein des sogenannten „Baby-led Weaning“.

In Studien, in denen Baby-led Weaning mit traditioneller Beikost verglichen wurde, haben Forscherinnen und Forscher keine nennenswerten, langfristigen Unterschiede in den Ergebnissen festgestellt: Sofern die Eltern darauf achten, ihren Babys die richtige Kombination von Lebensmitteln anzubieten und die Gefahr des Erstickens zu vermeiden, sind die Ergebnisse in beiden Gruppen ähnlich.

Eine Ausnahme ist ein Bericht, nach dem Kinder, die mit Baby-led Weaning gefüttert wurden, im Alter von 2 Jahren tendenziell mehr Obst und Gemüse essen.

Dieses letzte Ergebnis deutet darauf hin, dass Baby-led Weaning ab dem Alter von 6 Monaten ein zusätzlicher Weg ist, die Ernährung eines Babys zu erweitern. Allerdings gibt es ein Problem bei dieser Schlussfolgerung: In diesen Studien wurde das Alter nicht speziell untersucht. Wir wissen nicht, wann die Babys in den Kontrollgruppen begonnen haben, Beikost zu essen.

Es ist möglich, dass die Babys in beiden Gruppen – Baby-led oder mit Löffel gefüttert – etwa zur gleichen Zeit (mit 6 Monaten) mit fester Nahrung begonnen haben. Wir können also nicht feststellen, ob Baby-led Weaning mit 6 Monaten besser oder schlechter ist als der Beginn der Löffelfütterung mit 4 Monaten. Zumindest nicht, wenn es um die langfristige Ernährung mit Obst und Gemüse geht.

Weitere Untersuchungen sind notwendig, um diesen Sachverhalt zu klären. Wir bräuchten auch Studien, die sich mit der Entwicklung von Allergien befassen. Bislang hat noch niemand die Ergebnisse von Allergien verglichen (Baby-led Weaning, das mit 6 Monaten beginnt und Löffelfütterung, die zwischen 4 und 6 Monaten beginnt).

Die Wahl des richtigen Zeitpunkts: Was ist das Entscheidende?

Wenn dein Baby die Grundvoraussetzungen für ein sicheres Essen erfüllt und du es mit pürierter Nahrung versorgst, kann es also bereits mit 4 Monaten mit der Beikost beginnen. Wenn du zwischen 4 und 6 Monaten damit anfängst, kann das das Risiko deines Kindes, Allergien zu entwickeln, verringern.

Aber es ist unklar, ob es deinem Baby schadet, wenn du bis zum 6. Monat wartest und ihm Beikost anbietest, indem du ihm eine Vielzahl von nahrhaften und unbedenklichen Fingerfoods anbietest. Möglicherweise verpasst du dadurch eine Chance, das Allergierisiko deines Kindes zu senken, aber um sicher zu sein, bedarf es wie bereits ausgeführt weitere Untersuchungen.

2. Was sollte die erste Speise für ein Baby sein?

Vielleicht hast du bereits Ratschläge gehört, die ungewürzten Reis, püriert und mit Muttermilch oder Säuglingsmilch vermischt, empfehlen. In der Regel wird den Eltern geraten, Baby-Reisbrei zu einer dünnen Konsistenz zu mischen.

Das geht. Es ist akzeptabel. Doch es gibt keine Studien, die belegen, dass Reis die beste Wahl ist und wenn man eine anthropologische Perspektive einnimmt – also betrachtet, wie die Menschen ihre Babys weltweit ernähren – wird klar, dass Reis nur eine von vielen möglichen Babynahrungen ist.

In traditionellen landwirtschaftlichen Völkern zum Beispiel gaben Eltern ihren Babys einen pürierten oder gestampften Brei aus einem kohlenhydratreichen Grundnahrungsmittel – Hirse, Mais, Hafer oder Reis – und mischten ihn mit tierischer Milch.

Die Jäger und Sammler gaben ihren Babys pürierten Fisch, Fleisch und tierisches Fett.

Heutzutage wissen medizinische Verbände mehr über all das und erkennen an, dass Babys mit einer Vielzahl verschiedener pürierter Nahrungsmittel anfangen können.

Die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde weist sogar darauf hin, dass püriertes Fleisch eine gute erste Beikost ist, besonders für Babys, die ausschließlich gestillt wurden. Fleisch ist eine gute Eisenquelle, und die Eisenvorräte von gestillten Babys können schnell erschöpft sein.

Eine weitere gute Wahl sind pürierte Bananen, Äpfel, Birnen, Pfirsiche und Süßkartoffeln.

Die Betonung liegt jedoch auf püriert – nicht in Stücken, Klumpen oder klebrigen Pasten. Letztere, wie auch Aufstriche aus Nüssen, bergen die Gefahr des Erstickens, also halte sie von deinem Baby fern.

Gib auch keinen Honig in die Nahrung deines Babys – er kann Botulismus (eine schwere Nahrungsmittelvergiftung, die lebensbedrohlich sein kann) verursachen.

Und wenn du ein älteres Baby (über 6 Monate) fütterst und Fingerfood einführen willst? Befolge diese strikten Empfehlungen, um die Gefahr des Erstickens zu vermeiden.

In ihrem sorgfältig ausgearbeiteten Programm für sicheres Baby-led Weaning, BLISS („Baby-Led Introduction to SolidS“ zu deutsch Baby-led einführung zu fester Nahrung), raten die Forscherin Lisa Daniels und ihre Kollegen Eltern, diese Richtlinien zu befolgen:

  • Prüfe die Lebensmittel immer selbst, bevor du sie deinem Baby gibst. Achte darauf, dass das Essen weich genug ist, „um es mit der Zunge am Gaumen zu zerdrücken (oder dass es groß genug ist, damit kleine Stücke beim Lutschen oder Kauen nicht abbrechen, z. B. Fleischstreifen)“.
  • Biete keine Lebensmittel an, die „im Mund zerkrümeln“.
  • Achte darauf, dass die von dir bereitgestellten Lebensmittel „auf einer Seite mindestens so lang wie die Faust deines Babys sind“.
  • Sorge dafür, dass dein Baby während der Mahlzeit immer aufrecht sitzt und sich nicht zurücklehnt.
  • Lass dein Baby nicht unbeaufsichtigt. Ein Erwachsener sollte das Baby während der Mahlzeit immer im Auge behalten.
  • Versuche nicht, deinem Baby Fingerfood in den Mund zu stecken. „Stecke dem Baby niemals den Mund voll – das Baby muss das selbstständig und unter eigener Kontrolle tun.

3. Sollte ich meinem Baby keine Nahrungsmittel geben, die potenziell allergieauslösend sind?

Unterschiedliche Familien haben verschiedene gesundheitliche Bedenken und Gesundheitsrisiken, deshalb solltest du das mit deinem Kinderarzt oder deiner Kinderärztin besprechen, um sicherzugehen.

Allgemein sind die Erkenntnisse für Babys ohne besondere Risikofaktoren jedoch beruhigend. Du musst die Ernährung deines Babys wahrscheinlich nicht auf hypoallergene Lebensmittel beschränken.

Im Gegenteil: Neueste Studien deuten darauf hin, dass ein frühzeitiger Kontakt mit potenziell allergenen Lebensmitteln Kinder sogar vor der Entwicklung von Allergien schützen kann.

So haben Forscherinnen und Forscher, die für das Journal of the American Medical Association Beweise ausgewertet haben, festgestellt, dass es “ gemäßigte Beweise aus 5 Studien (1915 Teilnehmerinnen und Teilnehmer)“ dafür gibt, dass Babys, die zwischen 4 und 6 Monaten mit Eiern gefüttert werden, ein geringeres Risiko haben, eine Eierallergie zu entwickeln.

Darüber hinaus haben die Forscherinnen und Forscher in 2 Studien (1550 Teilnehmerinnen und Teilnehmer) „mit moderater Sicherheit nachgewiesen, dass die frühe Einführung von Erdnüssen im Alter von 4 bis 11 Monaten mit einer geringeren Erdnussallergie verbunden ist“.

Sie stellten außerdem fest, dass es „mit großer Zuverlässigkeit Hinweise darauf gibt, dass der Zeitpunkt der Einführung von Gluten nicht mit dem Risiko einer Zöliakie verbunden ist“.

Das klingt nach einer Kehrtwende in unserem Verständnis von der Entstehung von Allergien, und das ist es auch. Vor Jahren rieten Kinderarztverbände den Eltern, ihre Babys nicht mit möglicherweise allergenen Lebensmitteln in Kontakt zu bringen. Sie waren der Meinung, dass ein früher Kontakt Allergien auslösen könnte. Aber diese alten Empfehlungen ändern sich jetzt aufgrund der neuen Erkenntnisse.

So rät zum Beispiel die American Academy of Pediatrics (2017):

„Es gibt keine Beweise dafür, dass das Aufschieben der Einführung von allergieauslösenden Nahrungsmitteln wie Eiern, Milchprodukten, Soja, Erdnüssen oder Fisch über das Alter von 4 bis 6 Monaten hinaus Allergien vorbeugt.“

Eine bemerkenswerte Ausnahme betrifft Babys mit älteren Geschwistern, die allergisch auf Erdnüsse reagieren. Wenn das bei dir der Fall ist, empfehlen die Forscher, dass du dein Baby von einem qualifizierten Allergologen testen lässt, bevor du es Erdnüssen aussetzt.

4. Kann ich Gewürze in die Babynahrung geben?

Wie ich bereits an anderer Stelle erwähnt habe, zeigen Experimente, dass Babys Geschmäcker wie Knoblauch mögen, und insgesamt ist die Sachlage eindeutig: Es ist weder normal noch verständlich, Säuglinge auf geschmacklose, fade Nahrung zu beschränken.

Schon vor der Geburt kommen Babys mit den Geschmacksrichtungen verschiedener Lebensmittel in Kontakt, die ihre Mütter essen. Auch in der Muttermilch sind Aromen von Lebensmitteln enthalten. Und in vielen Kulturen auf der ganzen Welt sind die ersten Mahlzeiten für Babys eine zerdrückte oder pürierte Versionen der Lebensmittel, die ihre Eltern essen.

Das bedeutet aber nicht, dass wir das Essen eines Babys rücksichtslos würzen sollten. Babys nehmen Aromen anders wahr als wir und haben eine geringere Toleranz für bittere und scharfe Substanzen.

Außerdem sind einige handelsübliche Gewürze mit Blei verunreinigt. Es ist daher sinnvoll, dein Baby nicht mit intensiven Aromen zu überfordern und bei der Auswahl der Gewürze Vorsicht walten zu lassen.

Studien zeigen jedoch, dass Babys Geschmacksrichtungen mögen, die sie über die Ernährung ihrer Mütter kennengelernt haben – während der Schwangerschaft und beim Stillen. Wenn also Gewürze wie Knoblauch, Kümmel oder Zimt Teil deiner Ernährung sind, kann es sein, dass dein Baby diese Geschmacksrichtungen liebt.

5. Was ist, wenn das Baby beim Essen Grimassen schneidet?

Was ist, wenn ein Baby dramatische, ablehnende Grimassen schneidet, nachdem es ein bestimmtes Lebensmittel probiert hat? Bedeutet das, dass du ihnen diese Lebensmittel nicht mehr geben solltest?

Es ist ein verbreitetes Phänomen, dass Babys als Reaktion auf neue Lebensmittel Grimassen schneiden.

In einer Studie haben Forscherinnen und Forscher zum Beispiel die Gesichtsausdrücke von Babys aufgezeichnet, die zum ersten Mal pürierte grüne Bohnen probierten.

Dies waren die häufigsten Reaktionen:

  • 95% der Babys blinzelten
  • 82% wackelten mit den Augenbrauen
  • 76% hoben die Oberlippe
  • 42% rümpften ihre Nasen

Kurz gesagt, die Babys sahen angewidert aus, und je angewiderter sie aussahen, desto langsamer aßen sie!

Das Wichtigste aber ist: Sie haben ihre anfängliche Abscheu vor grünen Bohnen überwunden. Es brauchte nur Zeit.

Nachdem sie 8 Tage lang wiederholt gefüttert worden waren, aßen die Babys dreimal so viel wie bei ihrer ersten Erfahrung.

Das heißt aber nicht, dass du dein Baby zum Essen zwingen solltest. Es ist keine gute Idee. Halte stattdessen einen Löffel des Essens an den Mund deines Babys, bis es ihn wegschiebt. Warte dann ein wenig und versuche es erneut, insgesamt drei Mal.

6. Was ist, wenn dein Baby das Essen immer wieder mit der Zunge wegschiebt?

Das ist normal. Es kommt auch vor, dass ein Baby seine Zunge benutzt, um das Essen an falsche Stellen im Mund schiebt. Anstatt die Nahrung in den hinteren Teil des Rachens zu befördern, wo sie geschluckt werden kann, kann es passieren, dass Babys die Nahrung in die Zwischenräume zwischen Zahnfleisch und Wangen schieben und am Ende einen Teil des Essens (oder alles) ausspucken.

Was ist hier los?

Das Problem liegt zum Teil daran, dass dein Baby immer noch den so genannten Zungenstoßreflex hat, bei dem es die Zunge automatisch nach vorne schiebt, wenn der Mund angeregt wird. Dieser Reflex ist gut für das Stillen, aber nicht so hilfreich für die Aufnahme von Beikost.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass dein Baby noch nicht in der Lage ist, die Nahrung in den hinteren Teil des Mundes zu befördern.

Solltest du also aufhören, Beikost zu füttern, wenn dein Baby Essen ausspuckt?

Ist dein Baby noch sehr jung und spuckt alles aus, womit du es füttern willst, kannst du ein paar Tage warten und es dann erneut versuchen. Wenn dein Baby es allerdings nur ab und zu macht, dann solltest du es weiterhin versuchen. Dein Baby braucht bloß Übung!

7. Was kann ich tun, wenn mein Baby eine neue Speise ablehnt?

Manchmal zieht dein Baby nicht nur komische Grimassen.

Dein Baby lehnt die Speise bewusst ab, indem es sich von ihr abwendet oder den Löffel zurückschiebt.

Es ist wichtig, diese Signale zu respektieren und sich eine Zeit lang zurückzuhalten. Aber du solltest nicht ganz aufgeben. Experten raten, es am nächsten Tag erneut zu versuchen.

Studien bestätigen, dass es völlig normal ist, dass Babys neue Lebensmittel beim ersten, zweiten und sogar dritten Versuch ablehnen.

In Studien hat es 8-10 Tage gedauert, bis Babys ein neues Lebensmittel akzeptierten, wenn sie es täglich probiert haben.

Die Kunst besteht also darin, dranzubleiben, auch wenn dein Baby noch nicht begeistert zu sein scheint. Biete das Essen so lange an, bis dein Baby es dreimal abgelehnt hat (indem es sich abwendet oder den Löffel zurückschiebt). Dann versuche es am nächsten Tag erneut.

Sei dir darüber im Klaren, dass du vielleicht nicht mitbekommen wirst, wenn sich etwas ändert. Bei den Experimenten zur Einführung von Lebensmitteln berichteten die Eltern, dass sie im Laufe der Zeit keine Unterschiede bemerkten, obwohl objektive Daten zeigten, dass die Babys sich langsam auf den Geschmack eingestellt hatten: Sie aßen eindeutig mehr von den neuen Lebensmitteln.

8. Was ist, wenn das Baby sich den Löffel schnappt?

Babys sind klug und neugierig, daher ist es verständlich, dass sie den Löffel, denen wir ihnen in den Mund stecken wollen, untersuchen möchten. Erlaube deinem Baby, den Löffel zu nehmen und ihn zu begutachten. In der Zwischenzeit kannst du die Mahlzeit mit einem anderen Löffel fortsetzen.

Will dein Baby auch nach diesem Löffel greifen? Einige Eltern haben Erfolg, wenn sie mehr Löffel verwenden – einen oder mehrere für das Elternteil und zwei für das Baby. Der Gedanke dahinter ist, dass die Hände deines Babys beschäftigt sind (mit Löffeln), während du fütterst.

Aber du kannst auch versuchen, deinem Baby einen Löffel zu geben, der mit Essen beladen ist. Hilf deinem Baby, den Löffel zum Mund zu führen, oder erlaube deinem Baby, es selbst zu versuchen.

Das Verhalten deines Babys kann frustrierend sein und eine Menge Chaos verursachen. Aber vergiss nicht: Es geht nicht ums Essen oder Verhungern.

Dein Baby muss während dieser Mahlzeiten nicht viel Beikost zu sich nehmen. Es geht hauptsächlich ums Lernen. Ist dein Baby sehr eifrig dabei, den Löffel zu halten und zu benutzen, ist es wahrscheinlich schon bereit, das selbstständige Essen zu lernen – das ist eine gute Sache. Lass dein Baby üben, dann kann es schneller selbstständig essen.

9. Wann können Babys klumpige Nahrung essen?

Babys müssen nicht nur den Geschmack, sondern auch die Konsistenz von Lebensmitteln kennen lernen. Deshalb solltest du ihnen im Alter von 6-7 Monaten – und bevor sie 9 Monate alt sind – pürierte oder leicht stückige Lebensmittel geben.

Aber Achtung! In diesem Alter haben Babys noch keine Zähne. Wie funktioniert das also?

Die Antwort ist, dass Babys weiche, klumpige Nahrung mit ihrem Zahnfleisch zerdrücken können. Die Übung, die sie dabei machen, könnte ihnen helfen, ihre Kaumuskulatur zu entwickeln. Zudem deuten Studien darauf hin, dass Babys weniger wählerische Essgewohnheiten entwickeln, wenn sie mit stückiger Kost konfrontiert werden, bevor sie 9 Monate alt sind.

Aber achte auf die Gefahr des Erstickens. Manche Lebensmittel können zu klumpig sein. Wie erkennt man das? Forscherinnen und Forscher empfehlen, das Essen selbst zu probieren und sicherzustellen, dass die Klumpen weich genug sind, um sie zwischen deiner Zunge und deinem Gaumen zu zerdrücken. Lebensmittel, die den Test verfehlen, bergen ein hohes Risiko des Erstickens.

10. Wie kann ich vermeiden, dass ich einen wählerischen Esser großziehe?

Es gibt einige Faktoren, die du nicht beeinflussen kannst.

Aber Eltern können einen Unterschied machen. Wie bereits erwähnt, gehen die Geschmacksrichtungen aus der Ernährung der Mutter in ihre Milch über. Und Studien zeigen, dass Babys Vorlieben für diese Geschmacksrichtungen entwickeln.

Das Stillen kann also eine Möglichkeit sein, dein Kind darauf zu „trainieren“, eine breitere Vielfalt an Lebensmitteln zu akzeptieren.

In Einklang mit diesem Gedanken haben Forscherinnen und Forscher herausgefunden, dass Kleinkinder tendenziell mehr Gemüse essen, wenn sie länger gestillt worden sind.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass du dein Baby mit einer Vielzahl fester Beikost konfrontierst.

Als Forscher/innen Kinder über einen längeren Zeitraum hinweg beobachteten, fanden sie einen Zusammenhang zwischen frühen Erfahrungen mit Lebensmitteln und späteren Essgewohnheiten. Kinder, die im Kleinkindalter mit vielen verschiedenen Lebensmitteln in Berührung kommen, essen in der Regel mehr Obst und Gemüse.

Es ist daher vermutlich eine gute Idee, deinem Baby nicht nur eine kleine Auswahl an Lieblingsspeisen anzubieten. Führe dein Baby immer wieder an neue Geschmacksrichtungen und Konsistenzen heran – vor allem an Gemüse, bei dem es länger dauert, bis Säuglinge eine Vorliebe dafür entwickeln.

Bildquelle: https://www.freepik.com/free-photo/adorable-smudgy-female-baby-eating-her-favorite-food_18813106.htm

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