Eine der schwierigsten Aufgaben für Eltern ist es, mit ihrem Kind zu reden, wenn es wütend und aufgebracht ist.

Es gibt zwei häufige Fehler, die wir machen, wenn Kinder wütend sind.

Der erste Fehler ist, mit einem emotional aufgeladenen Kind oder Jugendlichen zu reden oder es anzuschreien. Das steigert die Wut eher, als dass es sie abbaut. Wenn Kinder wütend sind, übernimmt in der Regel das Reptiliengehirn (o. Stammhirn, unser altes Gehirn) die Kontrolle und sie ergreifen entweder die Flucht (machen dicht, laufen weg, gehen in ihr Zimmer), wenn sie eine Herausforderung sehen, oder sie kämpfen (streiten, schreien, regen sich noch mehr auf).

Der zweite Fehler besteht darin, dass Eltern zu leise oder passiv sprechen, was von einem wütenden oder aufgebrachten Kind oder Jugendlichen so wahrgenommen werden kann, als würden sie nicht ernst genommen. Es gibt Zeiten, in denen ein ruhiges „Ich sehe doch, dass du wütend bist, Schatz“ nicht ausreicht.

Kinder jeden Alters wollen, wenn sie wirklich verärgert sind, eines von dir als Eltern oder Lehrkraft: Sie wollen wissen, dass du sie verstehst; dass du verstehst, dass sie sich verletzt, beschämt oder zurückgewiesen fühlen oder was auch immer zu ihrem Ärger geführt hat. Ein echtes, einfühlsames „Ich verstehe es“ hat eine starke Wirkung auf ein hochgradig aufgeladenes Kind oder einen Teenager.

Schauen wir uns also an, was zu tun ist.

Kümmere dich zuerst um deine Reaktivität (übe).

Hohe Emotionen können ansteckend sein. Wir können leicht verärgert oder wütend auf die Person oder den Vorfall reagieren, der unser Kind verärgert oder wütend gemacht hat. Oder die Stärke und die Art der Emotionen unseres Kindes können uns selbst sehr verärgern, so dass wir reagieren, um die Emotionen zu unterdrücken. Es ist wichtig, dass wir darauf achten, wie wir auf die Emotionen unseres Kindes reagieren, damit wir eine effektive, einfühlsame Antwort geben können.

Der beste Weg, um deine eigene Reaktion zu kontrollieren, wenn Kinder aufgeregt sind, ist zu atmen. Ja, atmen. Das wird dir helfen, die Kontrolle wiederzuerlangen und ruhig zu bleiben. Du musst dich in der Stille wohlfühlen, um dies erfolgreich zu tun. Es kann sogar sein, dass du dich für einen Moment von der Stressquelle (d.h. deinem aufgebrachten Kind) entfernen musst, damit du ruhig bleiben kannst. Dazu gehört, dass du dich entfernst, deine Augen schließt und woanders hinschaust, damit du dich nicht von den starken Emotionen deines Kindes anstecken lässt.

Die Skala runtergehen

Stell dir vor, dein Kind kommt von der Schule nach Hause und ist wütend über eine Ungerechtigkeit, die an diesem Tag passiert ist. Auf einer Gefühlsskala von 1 bis 10, bei der 1 passiv und 10 außer Kontrolle ist, ist dein Kind eine Acht. Es schreit, dass es die Lehrerin „so und so“ hasst und nie wieder in ihre Klasse gehen wird. Passe dich dem Ausbruch deines Kindes an, indem du knapp unter seiner emotionalen Intensität reagierst – mit einer Sieben. “Ja, das ist wirklich ärgerlich. Ich kann es dir nicht verübeln, dass du wütend bist.“ Es ist wichtig, dass du das mit Nachdruck sagst – knapp unter der Lautstärke und Intensität seines ursprünglichen Ausbruchs.

Dein Kind wird seinen Wutausbruch wahrscheinlich fortsetzen, aber eher auf einer niedrigeren Intensitätsstufe. Es könnte auf Stufe 6 sagen: „Ja, ich hasse sie. Sie hackt immer auf mir herum.“ Gib diesmal seine Gefühle wieder, aber auf Stufe 5 der Intensität. „Du bist wütend. Das ist dein gutes Recht, denn es kann furchtbar sein, wenn du ungerecht behandelt wirst.“ Stelle dich nicht auf eine Seite. Stelle die Ansichten deines Kindes nicht in Frage. Gib einfach seine Gefühle wieder und lass es wissen, dass du verstehst, dass es sich über etwas aufgeregt hat.

Dein Kind wird vielleicht wieder reagieren, aber hoffentlich ist seine emotionale Intensität bei 4. „Sie hackt schon das ganze Schuljahr auf mir herum. Ich weiß nicht, warum sie mich nicht mag.“ Reagiere auch hier, indem du seine Intensität unterschreitest. “Es ist normal, dass du dich aufregst, wenn dich jemand nicht fair behandelt. Ich verstehe das.“ Du kommst dem Thema schon näher. Sprich aber erst dann über das Problem, wenn dein Kind und du euch beruhigt habt. In vielen Fällen kann das bedeuten, dass zwischen der Bewältigung der Emotionen und der Beratung zur Lösungsfindung etwas Zeit und Raum liegt. Sei froh, dass du deinem Kind geholfen hast, sich zu beruhigen und gleichzeitig eine gute Beziehung zu ihm aufrechtzuerhalten.

Üben, üben, üben

Diese Technik, die ich gerade beschrieben habe, ist eine wirkungsvolle Strategie, die du anwenden kannst, um die Emotionen deines Kindes herunterzureden, wenn es verärgert ist. Es handelt sich dabei um eine fortgeschrittene Erziehungs- und Unterrichtstechnik, die Übung, Übung und nochmals Übung erfordert!

Beginne damit, in stressfreien Situationen zu üben. Höre deinem Kind und deinem Partner beim Sprechen zu und passe ihre emotionale Intensität gezielt an. Übe, unter und über ihrem Grundniveau zu bleiben und beobachte, wie sich ihre Reaktionen entsprechend verändern.

Versuche dann, die Emotionen deines Kindes herunterzureden, wenn es aufgeregt ist. Bleib ruhig. Passe dich dem Emotions-Niveau an. Sprich sie herunter. Gib nicht auf, wenn du Mist baust. Gute Erziehungskompetenzen sind nicht einfach, aber sie sind Gold wert, wenn man sie hat.

Du musst diese Fähigkeiten immer wieder schärfen!

Bildquelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/madchen-in-der-weissen-jacke-und-in-den-blauen-jeans-die-auf-grauer-betonstrasse-sitzen-5623069/

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