Als Mobbing-Überlebende, die zur Aktivistin wurde und durch die Schulen des Landes reist, um ihre Geschichte mit Schülern, Lehrern und Eltern zu teilen, weiß ich aus erster Hand, welche Fehler viele Erwachsene machen, wenn sie versuchen, ihrem gemobbten Sohn oder ihrer gemobbten Tochter zu helfen.

Egal, ob dein Kind von seinen Klassenkameraden offen misshandelt wird oder ob es sich einfach jeden Tag unsichtbar fühlt, weil über es gesprochen wird, anstatt mit ihm zu reden. Oder ob es ein Schüler ist, der vielleicht nicht per se gemobbt wird, aber den niemand in der Schule jemals in irgendetwas einbezieht, du KANNST helfen.

In diesem Beitrag findest du einige Tipps für den Anfang. Und vergiss nicht, dass Mobbing nicht nur offene Grausamkeiten sind. Auch das absichtliche Unterlassen von Freundlichkeit, das Ablehnen von Einladungen, das Vorenthalten von Wärme und die unerreichbare Akzeptanz gehören dazu.

Tipps, um einem gemobbten Kind zu helfen

  • Sage einem gemobbten Kind niemals, es solle „die Mobber ignorieren und weggehen“, „sie sind nur neidisch“ oder „ich weiß, wie du dich fühlst“. Auch vage Hinweise auf die Zukunft sind unwirksam. Du versuchst, Kindern deine Erwachsenenlogik aufzudrängen, und das wird nicht funktionieren.
  • Anstatt gut gemeinte Klischees anzubieten, solltest du deinem Kind ein neues soziales Umfeld suchen, in dem es neue Freunde finden kann. Das verschafft dir Zeit, die größeren Probleme mit der Schule anzugehen. Denn dein gemobbtes Kind geht vor Einsamkeit ein, und deine Priorität muss sein, neue Freunde für dein Kind zu finden, zu denen es eine echte Verbindung spüren kann. Die besten Orte hierfür sind: der Parkbezirk und die öffentliche Bibliothek in der nächstgelegenen Stadt (weit genug entfernt, damit dein Kind nicht auf seine Mobber trifft). Je früher du das tust, desto besser. Denn je einsamer dein Kind wird, desto mehr ist es in Gefahr. Neue Freunde werden buchstäblich ein Rettungsanker sein.
  • Frag dein Kind nach den Namen anderer Kinder in der Schule, die ebenfalls gemobbt werden, und bilde eine „Elternkoalition“. Eine Schule kann versuchen, ein einzelnes besorgtes Elternteil zu ignorieren. Aber Einigkeit macht glaubwürdig, und keine Schule kann eine entschlossene, organisierte Gruppe besorgter Eltern ignorieren.
  • Dokumentiere, dokumentiere, dokumentiere! Führe ein „Tagebuch des Mobbings“ und notiere Datum, Uhrzeit und Details. Wenn es sich um Cybermobbing handelt, drucke jedes Beweisstück, jeden Blog, jedes Facebook-Posting usw. aus. Dokumentiere auch bedrohliche oder erniedrigende Textnachrichten.
  • Wenn du dich schließlich an die Schule deines Kindes wendest, gehst du die Befehlskette weiter nach oben.  Wenn der Klassenlehrer nicht reagiert, wende dich an den Schulleiter. Wenn das nicht hilft, trage deinen Fall bei der zuständigen Schulbehörde vor.
  • Wenn die Schule dann immer noch nicht reagiert, wende dich an den Bildungsredakteur deiner Lokalzeitung. Du wirst überrascht sein, wie schnell die Schulverwaltung reagiert, wenn Reporter Fragen stellen.

Und vor allem: Gib nicht auf. Kämpfe weiter für die Rechte deines Kindes! Denk daran: Du bist nicht alleine!

Bildquelle: https://www.pexels.com/photo/lonely-girl-sitting-on-a-doorway-236215/

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